Die Inka-Revolution Why democracy - Demokratie für alle?!

Worum geht es bei dieser Revolution der armen Ureinwohner und hat sie etwas mit Che Guevaras Traum von der Revolution in Lateinamerika zu tun? Aus dem Blickwinkel dieser Frage hat der Regisseur Rodrigo Vazquez einen sehr persönlichen Dokumentarfilm über das heutige Bolivien gedreht. Mehrere Jahre lang hat Vazequez Evo Morales mit der Kamera begleitet, seine Wahl zum Präsidenten 2005 ebenso dokumentiert wie den Aufstieg seines indigenen „Movimento al Socialismo“ (MAS) zur Regierungspartei.
Während die Ober- und Mittelschicht Boliviens den ehemaligen Kokabauern Morales für einen „Inka-Diktator“ hält, der seinen Wahlkampf durch Rauschgifthandel und mit Geldern des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez finanziert habe, ist er für die verarmte indigene Bevölkerung ein Held. Morales sieht sich selbst in der Nachfolge des Revolutionärs Che Guevara.
Knapp 40 Jahre nach dessen Tod untersucht Rodrigo Vazquez, ob die Wahl Evo Morales‘ zum Präsidenten Boliviens tatsächlich etwas mit Ches Traum von der sozialen Revolution in Lateinamerika gemein hat. Am Beispiel von PLANE, einem Projekt der sozialistischen Partei zur Vermittlung von befristeten Jobs an arbeitslose Frauen aus den Slums von La Paz, zeigt Vazquez Menschen, die Morales gewählt haben. Ohne jegliche technische Ausstattung verrichten die Frauen schwerste körperliche Arbeit. Koordiniert werden sie von Frauen wie Jiovana Navila, Hauptfigur des Films und Kandidatin der MAS, und Esther Encinas, Gewerkschafterin und Vorsitzende von PLANE.
Mit der Wahl Jiovanas ins Parlament verbinden die PLANE-Arbeiterinnen große Hoffnungen. Sie hat ihnen eine regelmäßige Arbeit und ein besseres Einkommen versprochen. Schnell stellt sich jedoch heraus, Dass Jiovana, trotz aller Bemühungen, nicht bewirken kann. Die unerfahrene Politikerin bekommt das Budget für PLANE nicht bewilligt, befürchtet sogar, dass das Projekt ganz eingestellt wird. Aus der Begeisterung der Arbeiterinnen für ihre Abgeordnete erwächst große Enttäuschung, die Bewegung spaltet sich. Wortführerin der Kritik an Jiovana ist ihre ehemalige Weggefährtin Esther. Die PLANE.Frauen sind letztlich die Leidtragenden der internen Machtkämpfe. Zumal sie auch Monate nach der Wahl noch keine Arbeit haben und auch die Verabschiedung der Landreform nichts an ihren Verhältnissen ändert. Die Lage ist schlechter als zuvor, die „Essenz der Revolution“ in Frage gestellt.

Der Film ist Teil des Projektes „Why democracy – Demokratie für alle?!“ in dem Filmemacher aus verschiedenen Ländern in Kurz- und Langfilmen versuchen, dem Phänomen der Demokratie und ihren unterschiedlichen Herausforderungen aus Ausprägungen auf den Grund zu gehen. Die Reihe wurde von Steps international koordiniert und von mehr als 30 Fernsehsendern weltweit unterstützt und ausgestrahlt. Eine Kassette mit 6 langen Filmen wurde von der Bundeszentrale für politische Bildung und Absolutmedien herausgegeben.

Verleihstellen: EMZ_3, EMZ12, EMZ13

Produktionsjahr2008
OriginaltitelLooking for the Revolution
ProduktionslandBolivien
Ziel-/Altersguppeab 14 Jahren
FormateDVD
Länge52 Minuten
BuchRodrigo Vazquez
RegieRodrigo Vazquez
SchnittÚna Ní Dhonghaíle
ProduktionSteps International
GenreDokumentarfilm
SprachfassungOmU